
Makerspace 2026 – Neue Impulse aus Riga
Der FashionTEX Makerspace geht in sein zweites Jahr: Nach seiner erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr in Schneeberg findet er vom 31. August bis zum 12. September 2026 in Riga statt. Ausgewählte Studierende der am FashionTEX-Programm teilnehmenden Modeschulen werden an der Lettischen Kunstakademie zusammenkommen. Im Mittelpunkt stehen die Verbindung zwischen digitalem und physischem Modedesign sowie die Frage, wie Mode in Zukunft konzipiert, entwickelt und produziert wird. Der Makerspace verbindet kreative Visionen mit technologischer Innovation: Während des Aufenthalts fördern interdisziplinäre Workshops neue Ansätze in der Mode und schlagen eine Brücke zwischen digitalem Design und handwerklicher Umsetzung. Die Teilnehmer erwartet eine intensive Präsenzphase in Riga, in der sie mit Experten zusammenarbeiten, moderne Werkzeuge nutzen und ihre eigenen Projekte entwickeln.
… Wir haben mit Janis Gailitis, Leiter der Abteilung für Entwicklung und Kommunikation an der Lettischen Kunstakademie und Projektleiter des FashionTEX Makerspace in Riga, darüber gesprochen , was die Studierenden hier erwartet:
Herr Gailitis, der FashionTEX Makerspace 2026 in Riga vereint Mode, Technologie und internationale Zusammenarbeit. Was genau erwartet die Teilnehmer?
Der FashionTEX Makerspace 2026 verbindet kreative Visionen mit technologischer Innovation. Während eines zweiwöchigen Aufenthalts vom 31. August bis zum 12. September in Riga entwickeln die Teilnehmer in interdisziplinären Workshops neue Ansätze für digitales und physisches Modedesign. Das Besondere daran ist die Kombination aus Vorbereitung und einer intensiven Praxisphase: Zuvor findet eine Online-Lernphase statt, die die Grundlagen schafft. In Riga selbst arbeiten die Teilnehmer dann sehr praxisnah mit Experten zusammen, nutzen moderne Werkzeuge und stehen vor allem im direkten Austausch mit anderen jungen Designern aus ganz Europa.
Wie ist der Makerspace konkret aufgebaut?
Herr Gailitis, der Makerspace folgt einem einfachen Grundsatz: Mach es real, mach es digital, mach beides. Das Programm ist in klar strukturierte Phasen unterteilt: Module, Workshops und Kooperationen mit externen Experten. Digitales Design und physische Umsetzung laufen parallel und beeinflussen sich gegenseitig.
Der Makerspace selbst ist der zentrale Knotenpunkt: Hier stehen Präzisionsmaschinen, Materialkenntnisse und die praktische Fertigung im Mittelpunkt. Hier werden Ideen konkret.
Womit beschäftigen sich die Schüler in diesen zwei Wochen?
Herr Gailitis, jeder Teilnehmer entwickelt sein eigenes Modeprojekt von Grund auf. Der Prozess beginnt digital: mit Animationen, Texturen und der Konzeptentwicklung in CLO3D. Darauf folgt die physische Umsetzung, beispielsweise durch Laserschneiden, 3D-Druck, Stickerei oder digitales Stricken. Das Ergebnis ist ein fertiges, tragbares Kleidungsstück. Wichtig ist: Der Weg führt immer vom Digitalen zum Physischen – und wieder zurück.
Welche Technologien und Themen stehen im Mittelpunkt?
Herr Gailitis, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf digitaler Mode. Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Technologie die Art und Weise verändert, wie Kleidung entworfen, hergestellt und vermarktet wird.
Die Teilnehmer arbeiten mit CLO3D für Simulation und Visualisierung sowie mit Technologien wie 3D-Druck, Laserschneiden und digitalem Stricken. Man könnte sagen, dass sich Code und Stoff in jeder Phase miteinander verflechten.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden?
Herr Gailitis, sehr intensiv. Wir haben 24 Teilnehmer aus 11 Ländern, und Zusammenarbeit ist nicht nur ein Teil des Programms, sondern das Programm selbst.
Die Gruppen nehmen gemeinsam an Workshops teil, bündeln ihre Kompetenzen, bringen unterschiedliche Perspektiven ein und entwickeln ihre Ideen vom digitalen Entwurf bis zur physischen Umsetzung weiter. Die Vielfalt der Teilnehmenden steht im Mittelpunkt; sie verleiht den Projekten ihre Einzigartigkeit.
Was nehmen die Teilnehmer am Ende mit?
Herr Gailitis, am Ende der zwei Wochen steht ein vollständig umgesetztes Projekt: ein fertiges Kleidungsstück und ein digital dokumentiertes 3D-Modell.
Darüber hinaus gibt es eine professionelle Präsentation mit Anproben, Fotos und Dokumentation – ein Ergebnis, das direkt für ein Portfolio oder zukünftige Projekte genutzt werden kann. Ein Highlight ist die digitale 360°-Show beim FashionTEX Festival im Oktober, bei der alle Arbeiten präsentiert werden.
Der Makerspace baut auf den Erfahrungen aus „Schneeberg 2025“ auf. Was wurde weiterentwickelt?
Herr Gailitis, in Schneeberg haben wir gezeigt, dass das Konzept funktioniert. In Riga haben wir es weiter verfeinert – mit klareren Abläufen, besserer Vorbereitung und mehr Zeit für die praktische Umsetzung. Wir haben viel gelernt, insbesondere darüber, wie wichtig Struktur ist, um Kreativität wirklich zu entfalten.
Welche Rolle spielen Kreativität und digitale Kompetenzen im Auswahlverfahren?
Herr Gailitis, ein zentraler Punkt. Der Makerspace ist intensiv und anspruchsvoll.
Die Teilnehmer müssen nicht nur kreativ sein, sondern auch über digitale Kompetenz verfügen und offen für die Zusammenarbeit über Fach- und Kulturgrenzen hinweg sein. Wer hier überzeugt, ist neugierig, kommunikativ und bereit, gemeinsam etwas Neues zu entwickeln.
Wie können sich Studierende bewerben?
Herr Gailitis, Bewerbungen werden über die Partnerhochschulen von FashionTEX eingereicht, nicht direkt über den Makerspace in Riga. Zu diesen Partnerhochschulen gehören die Amsterdam Fashion Academy, die Kunstakademien in Riga, Tallinn und Vilnius, die Universität Zagreb, die Westsächsische Hochschule Zwickau sowie die Koefia Academy in Rom.
Was macht Riga zu einem besonderen Ort?
Herr Gailitis, Riga überrascht viele. Die Stadt verfügt über eine lebendige Kreativszene, eine lange kulturelle Tradition und gleichzeitig eine sehr offene und dynamische Atmosphäre.
Der Makerspace befindet sich direkt an der Lettischen Akademie der Bildenden Künste und ist daher eng mit diesem Umfeld verbunden. Viele Teilnehmer lassen sich von der Stadt ebenso inspirieren wie von ihrer Arbeit im Rahmen des Programms.
















