
"Wenn Mode einen Atemzug braucht" - Die estnische Designstudentin spricht über aufblasbare Kleider, neue Freundschaften und kreative Einblicke
Roosi Mändmaa, eine 20-jährige Modedesignstudentin an der Estnischen Kunstakademie, steht am Anfang ihres dritten Studienjahres und hat im internationalen Makerspace gelernt, dass Innovation oft dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet. Zwischen virtuellen Entwürfen, Nähmaschinen und Experimenten mit Luftdruck entwickelte sie neue Ideen und eine gute Portion Selbstvertrauen.
Welche neuen Fähigkeiten oder Erkenntnisse haben Sie im Makerspace gewonnen, die vielleicht über die rein technischen Aspekte hinausgehen?
Roosi Mändmaa: Abgesehen von den technischen Aspekten habe ich viele alltägliche Dinge gelernt, z. B. wie man als Estin Freunde findet, wie man Wäsche in einem Eimer wäscht, wie man unsichtbar mit der Hand näht und so weiter. Es war eine sehr praktische und gleichzeitig menschliche Erfahrung.
Gab es einen Moment, in dem Sie dachten: "Das ist ein Aha-Erlebnis" oder "Das ist wirklich ein innovativer Ansatz"?
Roosi Mändmaa: Ja, die gab es. Als ich die Schläuche an die Seile nähte und die Rockstruktur schließlich zusammenkam, dachte ich: "Wow, das ist noch besser, als ich es mir vorgestellt habe! Es sieht perfekt aus." Ich habe auch mit Ringen aus alten aufblasbaren Schwimmbecken experimentiert und sie mit einer UV-Nähmaschine zusammengefügt. Diese Maschine arbeitet mit Hochfrequenzvibrationen und verschmilzt Materialien ohne Faden oder Löcher miteinander. Das fand ich sehr innovativ, auch wenn die Nähte am Ende nicht ganz luftdicht waren. Es war auch spannend zu erfahren, was mit 3D-Druckern, Stickmaschinen und Laserschneidern alles möglich ist. Leider konnte ich diese Techniken nicht ausprobieren, weil mein Projekt und mein Zeitplan es nicht zuließen, aber sie haben mich sehr inspiriert.
Haben Sie durch den Makerspace neue Kontakte oder Beziehungen zu Studenten oder Universitäten geknüpft?
Roosi Mändmaa: Ja, auf jeden Fall! Ich habe viele neue Kontakte geknüpft, aber am besten habe ich mich mit den Letten und anderen Esten verstanden. Vielen Dank, Arturs, Paula, Katriin und Joanne, für die tolle Zeit. Wir sehen uns bald wieder!
Was war für Sie die größte persönliche Herausforderung während Ihrer Zeit im Makerspace, und wie haben Sie sie gemeistert?
Roosi Mändmaa: Ich hatte erwartet, dass sich die zwei Wochen mehr auf die eigentliche Herstellung von Kleidung konzentrieren würden. Also brachte ich alle meine Stoffe und Nähmaterialien mit. In Wirklichkeit lag der Schwerpunkt eher auf dem 3D-Bekleidungsdesign, und dafür hatte ich nicht die richtigen Hilfsmittel. Keine Maus, keine Brille mit Blaulichtfilter, keine Augentropfen - nichts, was bei langen Tagen vor dem Bildschirm hilft. Ich habe das Problem überwunden, indem ich viele kurze Pausen gemacht habe. Das half mir, konzentriert zu bleiben.
Welches konkrete Ergebnis oder welche Erkenntnis haben Sie aus der Arbeit an Ihrem Avatar oder Outfit mitgenommen?
Roosi Mändmaa: Auch wenn man wochenlang an etwas arbeitet und es nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat, macht man einfach ein neues. Der zweite Versuch ist immer besser.
Mit welchen technischen Hilfsmitteln haben Sie am meisten gearbeitet, und was haben Sie dabei gelernt?
Roosi Mändmaa: Ich habe hauptsächlich mit dem Computer und der Nähmaschine gearbeitet. Mein Schwerpunkt lag auf der Fertigstellung des CLO3D-Kleidungsstücks und dann auf der Herstellung des eigentlichen Kleidungsstücks. Ich habe viel über CLO3D gelernt und fühle mich jetzt ziemlich sicher im digitalen Designprozess.
Auf welches Ergebnis Ihrer Arbeit im Makerspace sind Sie besonders stolz?
Roosi Mändmaa: Am stolzesten bin ich auf die Fertigstellung meiner CLO3D-Datei. Als ich in Estland anfing, funktionierte der Rockteil wegen der Luft in den Rohren überhaupt nicht. Aber nach vielen Stunden im Makerspace ist es mir gelungen, das Problem zu lösen, und ich finde es toll, wie die Rockstruktur jetzt aussieht.
Wie wollen Sie nach dem Makerspace weitermachen?
Roosi Mändmaa: Nach dem Makerspace erstellte ich Videos für die Ausstellungen und arbeitete weiter an meinem Kleidungsstück. Danach ging ich für ein Erasmus-Austauschprogramm nach Italien, und tatsächlich bestand mein Gepäck zur Hälfte aus dem Kleid! Die Schulen hier sind im Moment noch geschlossen, aber ich hoffe, dass ich nächste Woche endlich den Nähraum nutzen kann, um das Kleid fertigzustellen. Die Zeit wird knapp, aber ich hoffe, ich schaffe es noch rechtzeitig.
Gibt es Ideen oder Projekte, die Sie weiterentwickeln möchten, vielleicht für die Holo-Show oder andere Bereiche?
Roosi Mändmaa: Ja, ich liebe die Idee der aufblasbaren Kleidung und wie sie ihre Form verändert, wenn man die Luft herauslässt. Ich möchte diese Technik auf jeden Fall in meinen zukünftigen Kreationen verwenden.
Was war Ihr größter persönlicher Gewinn aus Ihrer Zeit im Makerspace?
Roosi Mändmaa: Ich habe viel mehr Selbstvertrauen gewonnen. Andere Modestudenten machten mir Komplimente für meine Alltagsoutfits und die Idee mit dem aufblasbaren Kleid, was mich sehr stolz machte.


















