
Raum einnehmen: Wenn Volumen zur Körperhaltung wird
Mit „Taking Up Space“ untersucht Lovre Lalicic, wie Mode Stärke, Verletzlichkeit und Selbstbehauptung sichtbar machen kann. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine dramatische Silhouette, die bewusst Raum einnimmt.
Das Projekt verbindet präzise Schneiderkunst mit weichen, ausdrucksstarken Formen. Ausgangspunkt ist eine klar strukturierte Silhouette, die durch übertriebene Proportionen und fließende Bewegungen aufgebrochen wird. Besonders auffällig sind die voluminösen, skulpturalen Ärmel, die die Erweiterung von Identität und Emotion symbolisieren.
Diese kühne Formensprache basiert auf einem klaren Konzept: Raum einnehmen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Eine scharf definierte Taille verleiht dem Körper Halt und Struktur, während der fließende untere Teil dem Look Bewegung und Dynamik verleiht. So entsteht ein faszinierendes Wechselspiel zwischen Kontrolle und Freiheit, Disziplin und Ausdruck.
Eine durchgehend schwarze Farbpalette unterstreicht diesen Schwerpunkt. Silhouette, Textur und Proportionen stehen im Mittelpunkt und verdrängen die Farbe. Das Ergebnis ist ein Look, der zugleich kraftvoll, geheimnisvoll und zurückhaltend wirkt – und bei dem sich Individualität vor allem durch die Ausstrahlung zeigt. Die Wahl der Materialien unterstreicht die skulpturale Qualität zusätzlich.
Amerikanisches Organza oder Liquid-Organza verleihen den Ärmeln Volumen und Schwung, während für die stärker strukturierten Bereiche Baumwollpopeline oder Baumwolltwill verwendet werden. Innere Verstärkungen sorgen dafür, dass die übertriebenen Formen ihren Schnitt behalten und das Kleidungsstück dennoch bequem zu tragen ist.
Darüber hinaus plant Lalicic, traditionelle Schneidertechniken mit 3D-gedruckten Elementen zu kombinieren. Diese können als leichte innere Verstärkungen oder als sichtbare strukturelle Details dienen und den architektonischen Charakter des Designs noch stärker betonen.
Auf diese Weise verwandelt „Taking Up Space“ Volumen in eine Haltung – eine Silhouette, die nicht in den Hintergrund tritt, sondern ihre Präsenz bewusst nutzt, um Identität auszudrücken.













