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Kiewer Vision: Volkskunst im digitalen Modedesign

An der Kiewer Nationalen Universität für Technologie und Design (KNUTD), Campus Kiew, nimmt die Zukunft der Mode bereits Gestalt an - buchstäblich im digitalen Raum. Die Universität ist Teil des europäischen FashionTEX-Projekts, das die Modeausbildung neu denkt und digitale Fähigkeiten mit Nachhaltigkeit und Kultur verbindet. Hier werden Projekte geschaffen, die tief in der Tradition verwurzelt sind und gleichzeitig modernste Technologien nutzen.

Wir sprachen mit Stelmakh Anastasiia, einer Studentin mit einem visionären Blick, die traditionelle ukrainische Kunst mit digitalen Werkzeugen und nachhaltigen Materialien kombiniert - in einem Projekt, das weit über reines Design hinausgeht.

Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen mit dem Kurs für digitale Mode und dem CLO3D. Was war deine wichtigste Erkenntnis?

Die Arbeit mit CLO3D hat meine Herangehensweise an das Modedesign völlig verändert. Es ist mehr als nur eine technische Plattform - es ist ein Experimentierfeld, eine Brücke zwischen Vorstellung und Umsetzung. CLO3D ermöglicht es mir, Ideen sofort zu testen, Kleidungsstücke in Bewegung zu visualisieren und mich stärker auf das Konzept hinter jedem Stück zu konzentrieren.

Ihr Projekt behandelt komplexe und bedeutungsvolle Themen. Wie hat es begonnen?

Vorbereitung ist immer mehr, als es scheint. Es geht nicht nur um Stoffe, Skizzen oder Techniken - es geht um die Suche nach Bedeutung. Ich wollte etwas schaffen, das Innovation mit tiefen kulturellen Codes verbindet, etwas, das die Tradition bewahrt und sie gleichzeitig neu interpretiert.

Sie haben mit Biokunststoffen und 3D-Druck experimentiert - können Sie uns mehr darüber erzählen?

Ja, in meinem aktuellen Experiment versuche ich, Biokunststoff aus Lebensmittelabfällen direkt auf Stoff zu drucken. Das Ziel war, ein Material zu entwickeln, das umweltfreundlich, biologisch abbaubar und völlig einzigartig ist. Aber der Weg dorthin war alles andere als einfach.

Was waren die größten technischen Herausforderungen?

Ehrlich gesagt, waren es viele. Eine Biokunststoffformel zu finden, die flexibel, aber nicht klebrig, hitzebeständig, schimmelresistent und formstabil ist - das erforderte viele Versuche. Außerdem musste ich sie für den 3D-Druck anpassen und dabei Festigkeit und Umweltsicherheit gewährleisten.

Und dann ist da noch der Stoff selbst - wenn man auf Textilien druckt, arbeitet man mit einem Material, das sich bewegt, dehnt und verformt. Dies folgt einer völlig anderen Logik als der Druck auf festen Oberflächen. Das erforderte Geduld, Anpassung und ein tiefes Verständnis dafür, wie sich Materialien in Echtzeit verhalten.

Aber im Kern geht es bei Ihrem Projekt um mehr als nur um Wissenschaft und Technik.

Ganz genau. Das Wichtigste für mich ist die Einbeziehung der Samchykivka, einer einzigartigen und fast vergessenen ukrainischen Volkskunst. Diese traditionelle Malerei ist voller kultureller Symbolik, und ich wollte sie bewahren - aber gleichzeitig durch eine futuristische Linse neu interpretieren. Das Druckdesign meines Projekts ist direkt von diesen Motiven inspiriert.

Was bedeutet für Sie persönlich die Verbindung von Tradition und Innovation?

Es ist meine Antwort auf eine größere Frage: Kann Kleidung eine Brücke zwischen Tradition und Innovation sein? Zwischen Nachhaltigkeit und Emotionen? Durch dieses Projekt habe ich erkannt, dass Technologie die Kultur nicht ersetzt - sie kann sie verstärken, weiterführen und für neue Generationen zugänglich machen.

Und wie hat CLO3D dazu beigetragen, diese Vision zu verwirklichen?

Die Arbeit mit CLO3D ist nicht einfach nur digitales Design - es ist ein Dialog zwischen Technologie und Geist. Ich konnte das Kleidungsstück in Echtzeit prototypisieren, visualisieren und anpassen, mit Materialien experimentieren und eine Geschichte erzählen, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Und das ist erst der Anfang.

Da KNUTD weiterhin die Grenzen der Modeausbildung verschiebt, erinnern mich Projekte wie dieses daran, dass es beim Design nicht nur darum geht, was wir tragen, sondern auch darum, was wir mit uns herumtragen. Durch die Linse von CLO3D und nachhaltiger Innovation zeigt ein Student, dass die Zukunft der Mode sowohl intelligent als auch sinnvoll sein kann.

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