
"Ich habe gelernt, größer zu denken" Joanne-Heleene Sõrmus, Meisterschülerin an der Estnischen Kunstakademie
Im Makerspace verschmelzen digitale Technologien und handwerkliche Kreativität, um neue Formen des Designs zu schaffen. Für Joanne-Heleene Sõrmus, 24 Jahre alt und im zweiten Jahr ihres Masterstudiums in Handwerksstudien an der Estnischen Kunstakademie, wurde der Makerspace zu einem Labor für Innovation, Experimentieren und persönliches Wachstum. In diesem Interview erzählt sie, was sie dort gelernt hat - und wie digitale und physische Welten in ihrer Arbeit zusammenfließen.
Joanne-Heleene Sõrmus: Welche neuen Fähigkeiten oder Erkenntnisse haben Sie im Makerspace gewonnen - vielleicht über die rein technischen Aspekte hinaus?
Joanne-Heleene Sõrmus: Während meiner Zeit im Makerspace habe ich meine technischen Fähigkeiten in CLO 3D deutlich verbessert - vor allem in den Bereichen Animation, Texturierung und effizientes Arbeiten mit Shortcuts. Außerdem habe ich gelernt, wie wichtig Zusammenarbeit und Kommunikation bei der Arbeit mit anderen kreativen Menschen sind. Die offene Atmosphäre förderte meine Problemlösungskompetenz, Experimentierfreudigkeit und Anpassungsfähigkeit - und half mir, kreativer zu denken und meinen Workflow zu optimieren.
Gab es einen Moment, in dem Sie dachten: "Das ist ein Aha-Erlebnis" oder "Das ist ein wirklich innovativer Ansatz"?
Joanne-Heleene Sõrmus: Ja, absolut. Mein Aha-Erlebnis kam, als ich zum ersten Mal sah, wie der große 3D-Drucker den ersten Teil meines Hosenprojekts fertigstellte. Es war faszinierend zu sehen, wie mein digitaler Entwurf zu einem physischen Objekt wurde. Es hat mir gezeigt, wie stark die Verbindung zwischen digitalem Design und realer Produktion sein kann.
Haben Sie durch den Makerspace neue Kontakte oder Verbindungen zu anderen Studenten oder Universitäten geknüpft?
Joanne-Heleene Sõrmus: Auf jeden Fall. Ich habe Tutoren mit umfangreichem Fachwissen kennengelernt, die ihre Erfahrungen und Techniken mit mir geteilt haben, und ich habe mich mit Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen vernetzt. Diese Begegnungen haben meinen Blickwinkel erweitert und neue Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen geschaffen.
Was war Ihre größte persönliche Herausforderung - und wie haben Sie sie gemeistert?
Joanne-Heleene Sõrmus: Meine größte Herausforderung war es, realistische Animationen zu erstellen und die Wirkung meiner 3D-Drucke auf die digitalen Kleidungsstücke in CLO 3D überzeugend darzustellen. Dies erforderte eine Menge Tests, Anpassungen und Feedback. Ich habe intensiv Tutorials studiert, mit Tutoren gesprochen und meine Methode nach und nach verbessert. Es war ein Lernprozess, der Geduld und Ausdauer erforderte, aber es hat sich sehr gelohnt.
Welches konkrete Ergebnis oder welche Lernerfahrung haben Sie aus der Arbeit an Ihrem Avatar oder Outfit mitgenommen?
Joanne-Heleene Sõrmus: Als ich beschloss, meinen Avatar absichtlich stilisiert und unrealistisch zu gestalten, musste ich meinen gesamten Designprozess überdenken. Dabei habe ich gelernt, Muster und Proportionen an nicht standardisierte Figuren anzupassen - eine Übung, die mich viel über Flexibilität, digitales Denken und kreative Problemlösung gelehrt hat.
Gab es einen Moment, der Sie positiv überrascht oder besonders inspiriert hat?
Joanne-Heleene Sõrmus: Ich war sehr beeindruckt von dem großformatigen 3D-Drucker im Makerspace. Obwohl ich bereits Erfahrung mit kleineren Geräten hatte und sogar meine eigene Methode für den Druck auf dehnbaren Stoffen entwickelt habe, war es inspirierend zu sehen, wie leistungsfähig die großformatige Drucktechnologie sein kann. Das hat mich motiviert, in Zukunft noch größer und experimenteller zu denken.
Mit welchen technischen Hilfsmitteln haben Sie am meisten gearbeitet - und was haben Sie daraus gelernt?
Joanne-Heleene Sõrmus: Ich habe hauptsächlich mit CLO 3D, Blender und verschiedenen 3D-Druckern gearbeitet. Durch die Kombination dieser Werkzeuge lernte ich, wie man digitales Design und physische Produktion kombiniert, 3D-Modelle für den Druck optimiert und Materialien und Texturen verwendet, um visuell und haptisch überzeugende Erfahrungen zu schaffen.
Auf welches Ergebnis Ihrer Arbeit im Makerspace sind Sie besonders stolz?
Joanne-Heleene Sõrmus: Ich bin besonders stolz auf meine großformatigen 3D-gedruckten Hosen. Sie symbolisiert die erfolgreiche Kombination aus digitalem Design, physischer Produktion und experimenteller Kreativität. Das fertige Stück in der Hand zu halten, war ein besonderer Moment - ein echtes Erfolgserlebnis.
Wie wollen Sie nach dem Makerspace weitermachen?
Joanne-Heleene Sõrmus: Ich plane, auf den im Makerspace entwickelten Ideen aufzubauen und eine komplette Modekollektion zu entwerfen, die die Verbindung zwischen digitalem Design und experimenteller Produktion weiter erforscht. Diese Arbeit wird den Kern meiner Masterarbeit bilden.
Gibt es Projekte, die Sie gerne weiterentwickeln würden - vielleicht für die Holo-Show oder andere Präsentationsformate?
Joanne-Heleene Sõrmus: Auf jeden Fall. Ich würde meine Kollektion gerne auf einer Frühjahrsmodenschau in Estland präsentieren und das Projekt über den akademischen Kontext hinaus mit einem breiteren Publikum teilen. Ich bin auch daran interessiert, wie holografische oder AR-basierte Präsentationen Mode auf neue Weise zum Leben erwecken können.
Was war Ihr größter persönlicher Gewinn aus Ihrer Zeit im Makerspace?
Joanne-Heleene Sõrmus: Der größte Gewinn für mich war, dass ich meine CLO-3D-Kenntnisse auf ein neues Niveau gebracht habe - sowohl technisch als auch kreativ. Ich fühle mich jetzt sicherer darin, komplexe Ideen virtuell zu entwerfen und digitale Kreativität mit praktischem Handwerk zu verbinden.



















