Makerspace

Was passiert, wenn 24 junge Modetalente von 11 europäischen Hochschulen auf 3D-Druck, Motion Capture, CLO3D und digitale Textiltechnologien treffen? Vom 31. August bis zum 12. September 2026 wird der Riga Makerspace zu einem kreativen Labor für die Mode von morgen. Zwei Wochen lang werden die Studierenden mit neuen Materialien und Technologien experimentieren, ihre Entwürfe verfeinern und digitale Ideen in reale Prototypen verwandeln – und physische Mode in digitale Zwillinge.

Ob durch 3D-Druck, Laserschneiden, digitales Stricken, Sticken oder Weben – diese jungen Designer werden gemeinsam mit internationalen Experten die Grenzen der technologischen und kreativen Möglichkeiten ausloten. Es ist ein internationaler Raum für Experimente, Austausch und neue Ideen – ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Mode, Textilien und Technologie verschwimmen und die Zukunft des Designs Gestalt annimmt.

Programmübersicht

  • CLO3D – Digitales Modedesign
  • Motion Capture – Mode in Bewegung
  • 3D-Druck – Neue Formen für Mode und Accessoires
  • Laserschneiden und -fräsen – Experimentelle Werkstoffe und Strukturen
  • Kniterate – Digitales Stricken
  • Digital-Stickerei
  • Halbautomatisches Weben – Digitales und halbautomatisches Weben
  • Vom digitalen Entwurf zum physischen Prototyp

Workshops und Technologien im Detail

CLO3D bildet die digitale Grundlage des FashionTEX Makerspace in Riga. Mit dieser Software lassen sich Kleidungsstücke in einer virtuellen Umgebung entwerfen, anpassen, visualisieren und weiterentwickeln.

Während des Aufenthalts vertiefen die Studierenden ihre vorhandenen Fähigkeiten und entwickeln ihre eigenen Entwürfe weiter, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf Materialien, Texturen, Beleuchtung und Animation liegt.

Dieser Prozess führt zu hochwertigen digitalen Darstellungen der Entwürfe – von virtuellen Kleidungsstücken bis hin zu animierten Präsentationen.
Die Arbeit mit CLO3D ermöglicht es den Studierenden zudem, ihre Entwürfe digital zu überprüfen und zu verfeinern, bevor physische Prototypen angefertigt werden.

Wie verhält sich ein digitales Kleidungsstück, wenn sich eine Person darin bewegt? Motion Capture schließt die Lücke zwischen virtueller Mode und realen menschlichen Bewegungen. Anstatt sich ausschließlich auf voreingestellte Animationen zu verlassen, lassen sich natürliche und komplexe Bewegungsabläufe auf digitale Avatare übertragen.

So können die Studierenden erkunden, wie ihre virtuellen Kleidungsstücke auf Bewegungen reagieren und wie digitale Mode lebensechter und realistischer präsentiert werden kann.
KI-gestützte Tools zum Erstellen und Bearbeiten von 3D-Animationen spielen in diesem Prozess ebenfalls eine Rolle. Technologien, die noch vor wenigen Jahren äußerst komplex und ressourcenintensiv waren, werden für junge Designer zunehmend zugänglich.

Mode muss nicht ausschließlich aus Stoff bestehen. Der 3D-Druck eröffnet den Studierenden völlig neue Möglichkeiten, Formen, Materialien und Strukturen zu entwickeln. So lassen sich Accessoires, Schuhe, Armbänder und Taschen ebenso herstellen wie größere strukturelle Elemente für Kleidungsstücke.

Zu diesem Zweck stehen im Riga Makerspace großformatige 3D-Drucker zur Verfügung, die mit einer Vielzahl von Materialien kompatibel sind und die Herstellung von Objekten mit einer Größe von bis zu 80 Zentimetern ermöglichen.

Besonders spannend ist die Kombination verschiedener Materialien: Gedruckte Strukturen lassen sich mit traditionellen Stoffen und anderen Materialien kombinieren. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Mode, Textil- und Produktdesign.

Der Makerspace ermöglicht es den Studierenden, die traditionellen Grenzen des Mode- und Textildesigns zu überschreiten. Mit Laserschneidern und CNC-Fräsmaschinen lässt sich eine Vielzahl von Materialien bearbeiten – von Acryl und Holz bis hin zu Aluminium und Stahl.

Diese Technologien ermöglichen präzise Schnitte, komplexe Formen und experimentelle Konstruktionen, die mit herkömmlichen Textiltechniken nur schwer oder gar nicht zu realisieren wären.

Darüber hinaus erweitern Verfahren wie das Vakuumformen und das Biegen die Gestaltungsmöglichkeiten und ermöglichen die Schaffung dreidimensionaler Formen und neuartiger Strukturen, die anschließend mit Textilien oder anderen Materialien kombiniert werden können.

Digitale Fertigung und traditionelle Textilhandwerkskunst verschmelzen im digitalen Stricken unmittelbar miteinander.

Mithilfe der Kniterate-Technologie können Studierende ihre eigenen Strukturen, Muster und Textiloberflächen digital entwerfen und anschließend maschinell herstellen.
Auch komplexe Konstruktionen und vollständig gestrickte Kleidungsstücke sind möglich. So wird ein digitales Design direkt in ein greifbares Textilprodukt verwandelt – wodurch eine Brücke zwischen traditionellen Stricktechniken und modernen digitalen Designprozessen geschlagen wird.