Der dreiundzwanzigjährige Vincent Röse von der Angewandten Kunst Schneeberg hat ein wandelbares Kleidungsstück entworfen, das Funktion und Ästhetik in einem fließenden System vereinigt. Sein Projekt wirft die Frage auf, ob Kleidung mehr sein kann als Schutz und Stil - ob sie ein Ausdruck von Anpassungsfähigkeit, Bewegung und Verwandlung werden kann.
"Ich wollte ein Kleidungsstück schaffen, das sich verändert, ohne etwas zu verlieren, ein System, das sich wie ein lebender Organismus entfalten kann", sagt Vincent Röse.
Im Mittelpunkt seines Entwurfs steht ein variables Faltsystem, das eine Veränderung der Silhouette ermöglicht. Eine minimalistische, wasserdichte Bomberjacke verwandelt sich - durch sorgfältig platzierte Falten und Reißverschlüsse - in einen architektonisch inspirierten Mantel mit dynamischem Volumen. Die Verwandlung erfolgt, ohne dass Elemente entfernt oder hinzugefügt werden. Das Kleidungsstück selbst wird zum Medium der Veränderung.
Vincent Röse arbeitet mit Materialien wie Gore-Tex und verschweißten Nähten, um Wasserdichtigkeit zu gewährleisten, während das Faltprinzip eine skulpturale, flexible Form schafft. Er lässt sich von Designern wie Rick Owens und C.P. Company inspirieren, die eine avantgardistische Formensprache mit Funktionalität verbinden.
Im digitalen Raum erweitert Vincent Röse sein Konzept mit CLO3D und Shapr3D, um die Verwandlung zu animieren - ein digitaler Entfaltungsprozess, der in der Realität nicht existieren könnte. Ergänzt wird der Look durch eine 3D-gedruckte Samurai-Maske und eine Hose, die das Thema der Verwandlung weiterführen und das Design zu einem stimmigen Ensemble vervollständigen.
Integrierte westenähnliche Teile mit reflektierenden Bändern sorgen für Tiefe und Sichtbarkeit, sowohl funktional als auch ästhetisch. Vincent Röse verschmilzt dabei das Vokabular des Urbanwear-Designs mit futuristischen, fast technischen Elementen. Fold ist ein Statement zur Veränderung als Zustand des Seins - Mode, die sich bewegt, atmet und weiterentwickelt.





