Die zwanzigjährige Roosi Mändmaa von der Estnischen Kunstakademie widmet sich in ihrem Projekt Seven Layers of Skin der Haut als Grenze, Archiv und Symbol der menschlichen Existenz. Der Titel klingt wie ein Märchen, und tatsächlich erzählt das Kleid eine Geschichte von Schutz, Erinnerung und Identität.

"Unsere Haut ist das ehrlichste Archiv unseres Lebens. Sie zeichnet Sonnenlicht, Wunden, Narben und Berührungen auf - alles, was wir erlebt haben", sagt Roosi Mändmaa.

Das Design ähnelt einer modernen Rüstung aus Transparenz und Zerbrechlichkeit. Die voluminöse, schwebende Silhouette erinnert an das Gewand einer mythischen Figur - leicht, luftig und doch schützend. Sie symbolisiert eine achte Haut, die der Mensch für sich selbst schafft: Kleidung als emotionaler und physischer Schutz.

Das aufblasbare Gerüst bildet das Herzstück des Entwurfs und verleiht dem Kleid Anpassungsfähigkeit und Bewegung, ähnlich wie die Haut selbst. Für die Konstruktion verwendet Roosi Mändmaa recyceltes PVC-Material aus alten Schwimmbecken, das zu einer flexiblen Struktur geschweißt und geformt wird. Darüber liegen transparente Stoffe in verschiedenen Hauttönen, die sich überlagern und so den Schichten der menschlichen Haut ähneln.

Roosi Mändmaa experimentiert mit hautähnlichen Oberflächen und nutzt den 3D-Druck, um Details wie Muttermale, Narben und feine Härchen direkt auf die Stoffe zu übertragen. Das Ergebnis ist ein Kleid, das den Körper weder kaschiert noch idealisiert, sondern seine Vielfalt und Verletzlichkeit feiert. Durch Heißsiegelung, UV-Nähte und digitale Texturierung verbindet sie traditionelle Handwerkskunst mit moderner Technologie. Seven Layers of Skin ist ein Manifest der Selbstakzeptanz und Natürlichkeit.