Die zweiundzwanzigjährige Studentin Alica Grebáčová von der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag erforscht in ihrer Arbeit die Verbindung zwischen Körper, Technologie und Natur. Das hier entstandene Design ist mehr als nur Kleidung. Es ist eine Vision einer posthumanen Ästhetik, in der das Menschliche, das Digitale und das Organische zu einem neuen Ganzen verschmelzen.
Das Ensemble spielt mit der Idee einer synthetischen Natur, in der die Grenzen zwischen Wachstum und Konstruktion verschwimmen. Die Silhouette erinnert an einen Kokon, der sowohl Schutz als auch Transformation symbolisiert. Auf der Oberfläche tauchen mutierende Texturen und organisch anmutende Sporen auf, die mit 3D-Druckverfahren entwickelt wurden. Sie scheinen aus dem Körper herauszuwachsen, als Zeichen einer Symbiose zwischen Technologie und Leben.
Es wurden Leder, Mesh, synthetische Stoffe und experimentelle Materialien wie PLA, Metallfäden und Harz verwendet. Diese Kombination schafft eine Spannung zwischen Digitalität und Körperlichkeit. Während Leder an etwas Ursprüngliches erinnert, stehen die glatten, glänzenden Oberflächen der Drucke für das Digitale und das Unbekannte. Ergänzt wird das Ensemble durch Glaselemente, die als Sonnenbrillenobjekte fungieren und eine weitere Ebene des künstlichen Sehens eröffnen, einen Filter zwischen Realität und digitaler Wahrnehmung.
Im Schaffensprozess kombiniert Alica Grebáčová handwerkliche und digitale Methoden. Sie modelliert Formen virtuell, experimentiert mit parametrischem Design und setzt digitale Simulationen in physische Prototypen um. Der 3D-Druck wird zu einem kreativen Werkzeug, nicht zu einem Mittel der Massenproduktion, sondern zum Ausdruck einer neuen Denkweise.
"Ich interessiere mich dafür, wie die digitale Welt unsere Vorstellungen von Körper, Identität und Ästhetik verändert. Wir leben in einer Zeit, in der die Realität elastisch geworden ist und geformt, simuliert und erweitert werden kann. Mit meinem Entwurf wollte ich diese neue Realität sichtbar machen. Für mich bedeutet die Ästhetik des Posthumanen, dass der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern Teil eines größeren hybriden Systems wird."





