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Zwischen digitaler Innovation und traditioneller Handwerkskunst - Ana Neves Ribeiro in einem Interview

Die neunzehnjährige Ana Neves Ribeiro befindet sich im dritten Jahr ihres Bachelor-Studiums in Modedesign an der Fakultät für Architektur der Universität Lissabon. Im Rahmen des Makerspace Schneeberg 2025 nahm sie an dem europäischen Projekt FashionTEX teil, einer kreativen Plattform, die Studenten die Möglichkeit bietet, mit innovativen Technologien, neuen Materialien und digitalen Werkzeugen zu experimentieren. In diesem Interview spricht Ana über ihre "Aha-Momente", die Herausforderungen bei der Überbrückung der Kluft zwischen digitalem und physischem Design und warum Stricktechniken eine ganz neue Faszination für sie entwickelt haben.

Ana, welche neuen Fähigkeiten oder Erkenntnisse hast du im Makerspace gewonnen - vielleicht sogar über die technischen Aspekte hinaus?

Ana Neves Ribeiro: Abgesehen von den technischen Aspekten war der Makerspace eine einzigartige Erfahrung, die mich wirklich aus meiner Komfortzone herausgebracht hat. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, Ideen klar zu kommunizieren und wie stark unsere Kommunikation von der Sprache, die wir sprechen, beeinflusst wird. Vor allem die Präsentationen waren wichtige Momente, die mein Selbstvertrauen gestärkt haben, meine Arbeit überzeugend zu präsentieren.

Gab es einen bestimmten Moment, in dem Sie dachten: "Das ist ein wirklich innovativer Ansatz"?

Ana Neves Ribeiro: Ja, ich hatte mehrere solcher Momente. Vor allem, als ich lernte, wie ich meine realen Materialproben wie Strickwaren, beidseitig bedruckte Stoffe oder geflochtenes Leder in digitale Texturen für meinen 3D-Avatar übersetzen kann.
Das brachte eine ganz neue und aufregende Dimension in meine Datei. Es war faszinierend zu sehen, wie sich einfache Techniken, wenn sie kombiniert werden, zu etwas Komplexem und Neuem entwickeln können.

Konnten Sie im Makerspace neue Kontakte zu anderen Studierenden oder Universitäten knüpfen?

Ana Neves Ribeiro: Ja, absolut! Das Kennenlernen der anderen Studenten war einer der besten Aspekte des Projekts. Es war inspirierend, mit Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten und die unterschiedlichen Designansätze anderer europäischer Universitäten kennenzulernen.

Was war Ihre größte persönliche Herausforderung während der Arbeit im Makerspace, und wie haben Sie sie gemeistert?

Ana Neves Ribeiro: Auf jeden Fall das Zeitmanagement. Es war nicht leicht, gleichzeitig an der digitalen und der physischen Version meines Projekts zu arbeiten. Die zwei Wochen waren sehr intensiv und vergingen unglaublich schnell.

Welche Erkenntnisse haben Sie bei der Arbeit an Ihrem Avatar oder Outfit gewonnen?

Ana Neves Ribeiro: Ich habe erkannt, dass digitales Design eine völlig andere Denkweise erfordert. Es eröffnet neue kreative Möglichkeiten, die oft nicht direkt auf die physische Welt übertragbar sind - aber genau das macht es so spannend.

Gab es etwas, das Sie besonders überrascht oder inspiriert hat?

Ana Neves Ribeiro: Die Kniterate Maschine, eine digitale Strickmaschine, war die größte Überraschung für mich. Ich hätte nie gedacht, dass sie so zugänglich sein würde. Mit der Unterstützung der Experten konnte ich schnell neue Fertigkeiten entwickeln. Es war beeindruckend, meine Ideen digital umzusetzen und sie kurz darauf als physische Muster in den Händen zu halten. Ich war auch sehr inspiriert von den Arbeiten anderer Studenten, die mit 3D-Drucktechnologien arbeiteten - ein Bereich, den ich vorher gar nicht in Betracht gezogen hatte, den ich jetzt aber unbedingt weiter erforschen möchte.

Mit welchen technischen Hilfsmitteln haben Sie am meisten gearbeitet - und was haben Sie dabei gelernt?

Ana Neves Ribeiro: Ich habe hauptsächlich mit der Kniterate-Maschine und den Laserschneidern gearbeitet. Dabei habe ich gelernt, Technologie als kreatives Werkzeug zu verstehen - als Mittel zur Neuinterpretation und Weiterentwicklung des Handwerks.

Auf welches Ergebnis eurer Arbeit im Makerspace seid ihr besonders stolz?

Ana Neves Ribeiro: Mein lasergravierter Druck auf geflochtenem Leder. Ich denke, die Kombination aus Technologie und Handwerk hat zu einem wirklich spannenden und ästhetisch ansprechenden Ergebnis geführt.

Wie wollen Sie nach dem Makerspace weitermachen?

Ana Neves Ribeiro: Ich möchte meine physischen Kleidungsstücke fertigstellen und meine digitale Datei perfektionieren, damit alles rechtzeitig für das Festival in Chemnitz fertig ist.

Gibt es Ideen oder Projekte, die Sie gerne weiterentwickeln würden - vielleicht auch für die Holo-Show?

Ana Neves Ribeiro: Ja, ich möchte weiterhin an der Schnittstelle zwischen Technologie und Handwerk arbeiten. Ich interessiere mich besonders dafür, wie 3D-Software für das Prototyping, das Design und die schnelle Visualisierung genutzt werden kann. Das Strickdesign wird im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen - ich möchte diesen Bereich noch intensiver erforschen.

Was war Ihr größter persönlicher Gewinn aus Ihrer Zeit im Makerspace?

Ana Neves Ribeiro: Eindeutig: die Menschen. Ich bin unglaublich dankbar für die Unterstützung, den Austausch und die Inspiration, die ich von meinen Kommilitonen und Dozenten erhalten habe. Diese Erfahrung hat es mir ermöglicht, nicht nur beruflich, sondern auch persönlich zu wachsen.

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